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Musiktherapie im Christophsbad
Musiktherapie ist eine Form von Psychotherapie. Der gezielte Einsatz von
Musik dient im Rahmen einer therapeutischen Beziehung zur Wiederherstellung,
Erhaltung und Förderung der seelischen, körperlichen und geistigen Gesundheit.
Schon zu Urzeiten war Musik in einen ganzheitlichen Zusammenhang von Behandlung,
Ritual und gesellschaftlichem Leben eingebettet. Die Entfaltung ihrer Heilkraft
durch ihr bewusstes Hören und aktives Musizieren ist in allen Kulturen
beschrieben.
Musiktherapeutische Methoden folgen gleichberechtigt
tiefenpsychologischen, verhaltenstherapeutisch-lerntheoretischen, systemischen,
anthroposophischen und ganzheitlich-humanistischen Ansätzen. Als eigenständiges
Berufsbild entstand Musiktherapie in den fünfziger Jahren des letzten
Jahrhunderts. Heutzutage ist Musiktherapie als klinische Behandlungsmethode
erprobt und etabliert. Private und staatliche Ausbildungsinstitutionen befähigen
zur Ausübung des Berufs. Musiktherapeutinnen und Musiktherapeuten arbeiten in
stationären und ambulanten Einrichtungen der medizinischen und psychosozialen
Versorgung und in freier Praxis. Das sind z.B. Psychiatrische, Psychosomatische
und Psychotherapeutische, Organmedizinische Kliniken (z.B. Onkologie,
Neurologie), sonderpädagogische-, heilpädagogische-, und Senioreneinrichtungen,
Zentren für Prävention und Selbsterfahrung. Musiktherapie in der Praxis
In der
Musiktherapie wird gesungen, getanzt, Musik gehört, gemeinschaftlich auf
Instrumenten musiziert und das Geschehen im Gespräch reflektiert. Zu diesem
Zweck stehen den Teilnehmern der Einzel- oder Gruppenmusiktherapie eine Vielzahl
von Instrumenten zur Verfügung, die relativ leicht zu spielen sind. Ziel ist es
nicht, ein Instrument oder gar Noten zu erlernen, sondern dem Seelischen mit
Hilfe spontan entstehender Musik zum Ausdruck zu verhelfen. Manchen Menschen
fällt der musikalische Ausdruck sogar leichter als das Sprechen. Musik kann
dabei einen Raum eröffnen, in dem inneren Vorgängen besonders intensiv
nachgespürt werden kann. So tauchen beim Umgang mit Musik häufig Erinnerungen
auf, Bilder erscheinen vor dem geistigen Auge, Gefühle werden bewusster
wahrgenommen und körperlichen Reaktionen nachgespürt. In der Regel tauchen in
der Musiktherapie Themen aus dem Alltag auf, die auf verschiedene Weise
bearbeitet werden können. So gibt es die Möglichkeit des Probehandeln mit
Musikinstrumenten. So kann z.B. das Setzen von Grenzen geübt, ein
unverbindlicher Ausbruch aus der Depression gewagt oder die Kontaktaufnahme zu
anderen Menschen geübt werden. Unsere Musiktherapeuten
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Wolfgang Bossinger,
Diplom-Musiktherapeut (FH) | Wolfgang Bossinger arbeitet seit 1988 als Musiktherapeut
im Christophsbad. Er studierte von 1982 bis 1987 Musiktherapie in Heidelberg und
bildete sich in verschiedenen psychotherapeutischen Ansätzen (Hypnotherapie,
Systemische Familientherapie) weiter. In den letzten Jahren beschäftigt sich W.
Bossinger schwerpunktmäßig mit Stimme, Gesang und Tanz und engagierte sich für
das Chorprojekt "Sing to be happy" am Christophsbad. Er ist zuständig
für die Stationen der Psychiatrie und Gerontopsychiatrie (PSY 1, PSY 2 und GPS
2).
Aktuelle Veröffentlichung: Wolfgang Bossinger "Die heilende Kraft des
Singens", 2. überarbeitete Neuauflage, Traumzeit-Verlag, 2006, ISBN:
3-933825-61-X. Weitere Informationen zu Singen und Gesundheit, sowie zu
Forschung und Publikationen unter http://www.healingsongs.de/
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| Dorit Schradi,
Diplom-Musiktherapeutin (FH) | Dorit Schradi studierte von 1997 bis 2001 Musiktherapie an
der Fachhochschule Heidelberg und bildete sich in Körper-Klang- und
Rhythmusarbeit fort. Seit Februar 2006 arbeitet sie im Christophsbad in der
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Ihr bisheriges Arbeitsfeld umfasste
Musiktherapie mit Erwachsenen in der Psychosomatik und im kinder- und
jugendpsychiatrischen Bereich.
Dorit Schradi ist derzeit für die
Depressionstation (PSY 4), für die beiden Psychiatrischen Tageskliniken in
Göppingen und Geislingen sowie für den Heimbereich zuständig. Des
Weiteren ist sie leitende Redakteurin der "Seelenpresse", Zeitschrift für Psychiatrie, Kunst und
Literatur.
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| Simone Wagner, Musiktherapeutin
(BC) |
Simone Wagner studierte von 1999 bis 2003
Creative Therapie Musik an der Hogeschool Zuyd (NL). Sie arbeitet seit April
2006 im Christophsbad. Frau Wagner nimmt regelmäßig an Fortbildungen im Bereich
Stimme, bzw. Bewegung und Stimme teil.
Simone Wagner ist zuständig für
die Stationen Psychiatrie (PSY1, 2, 3 und PSY 5 ) und Gerontopsychiatrie
(GPS 1 und GPS 3) sowie für die Singgruppe "Heilsames
Singen".
Beispiele aus der
Musiktherapie
Musiktherapie mit Holger Kröhnert
Your life is
your life (mp3-Datei)
Holger Kröhnert kam in seiner Berliner
Jugendzeit zu seiner ersten Gitarre indem er sie bei einem Engländer und
Mitbewohner gegen einen Fischerbaukasten eintauschte. In der folgenden Zeit
lernte er von Freunden und brachte sich autodidaktisch das Gitarre- und
Bluesharpspielen bei. Es folgten Bandprojekte und Auftritte bei
Jugendveranstaltungen und Feiern. Holger Kröhnert erlitt ab seinem 19.
Lebensjahr immer wieder schwere psychische Krisen. Mit 22 Jahren zog er in den
Göppinger Raum und schlug sich zeitenweise mit Straßenmusik durch. Immer
wieder waren Klinikaufenthalte im Christophsbad nötig und schließlich folgte
eine Aufnahme ins Christophsheim. Seit 2005 nimmt Herr Kröhnert regelmäßig an
der Musiktherapie teil. In dieser Zeit entstanden viele neue Musikstücke und
eine CD, die zum größten Teil Eigenkompositionen enthält. "Die Musiktherapie
hilft mir dabei, meine Gefühle auszudrücken und die Unzufriedenheit zu
überwinden, die entsteht, wenn ich nicht Musik machen kann" erläutert
Herr Kröhnert.
Interessenten an der CD können sich unter holgerkroehnert@gmx.de
melden.
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