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Evakuierungsübung mit Blaulicht und Sirenen


Täuschend echte Spannung: Blaulichter erhellen die Gebäude rundherum, eine Drehleiter wird ausgefahren, gleichzeitig hechten Feuerwehrmänner in voller Montur die Treppen hoch - es geht um jede Minute. Die erste große Evakuierungsübung in einem Hauptgebäude des Christophsbads mit Feuerwehr, Rettungsleitstelle sowie dem Deutschen Roten Kreuz fand am 23. Oktober statt. Insgesamt waren von 20 bis etwa 23 Uhr über 110 Notfallkräfte im Einsatz vor Ort. Um die Abläufe einer Evakuierung im Brandfall zu üben, simulierten Mitarbeiter des Klinikums gemeinsam mit den Notfallkräften des Landkreises den Ernstfall. Demnach ereignete sich ein Brand in der früheren Gerontopsychiatrischen Station 3 (GPS 3) in Haus 21, Ebene 2 mit 11 Patienten. Die Station wurde gewählt, da sie sich im Umbau befindet und dort leere Betten zur Verfügung stehen. Angehörige der Feuerwehr nahmen freiwillig als "Patienten" an dem Rettungsszenario teil.

"Wir gehen von einer Unachtsamkeit der Patienten als Auslöser für den simulierten Brand aus", erklärte Prof. Dr. Vasić, Ärztlicher Direktor des Klinikums. Zwei Patienten aus dem Nachbarzimmer konnten über die Drehleiter "gerettet" werden. Fachkräfte der Pflege brachten bereits kurz nach dem Auslösen des Alarms sieben Patienten von der Station in den nächsten sicheren Abschnitt. Diese simulierten leichte Rauchvergiftungen sowie vereinzelt renitentes Verhalten. Die Notfallärzte sichteten jeden Einzelnen und vergaben Kärtchen nach den Sichtungskategorien: rot für Patienten, deren Leben akut bedroht ist und die eine Sofortbehandlung benötigen, gelb für Schwerverletzte und grün für Leichtverletzte.

"Im Christophsbad kam noch nie eine Person durch einen Brandfall zu schaden und so soll es bleiben. Bisher wurden Brandschutzübungen häufig mit der Feuerwehr Göppingen umgesetzt, wie beispielsweise im letzten Jahr auf dem Freihof-Gelände im Gebäude der Arbeitstherapie. Doch dieses Jahr ist es das erste Mal, dass Feuerwehr und Rotes Kreuz gemeinsam in den Hauptgebäuden des Christophsbads eine Patientenevakuierung proben", sagte Mario Wuttke, Brandschutzbeauftragter des Christophsbads. Seit seiner Einstellung im Jahre 1985 gab es nur einen ernsten Brandfall im Klinikum: 1987 kam es zu Sachschäden.

"Um unsere Patienten auch im Notfall optimal zu schützen, ist uns jede Übung willkommen. Wir danken den überwiegend ehrenamtlich arbeitenden Rettungskräften für ihren Einsatz. Gerade wenn es brennt, sind wir auf jede helfende Hand angewiesen", betonte Oliver Stockinger, Geschäftsführer des Klinikums Christophsbad. "Insgesamt ist das Rettungsszenario sehr gut verlaufen. Gemeinsam mit den Spezialisten werden wir nun einzelne Verbesserungsmaßnahmen zum Wohle der Patienten in Angriff nehmen."


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