Fachabteilung

Fachabteilung über Indikationen

Eltern-Kind-Station

Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient,

psychische Erkrankungen sind für die Betroffenen und oft auch für ihre Angehörigen belastend. Das gesamte System der Familie kann gefährdet sein. Nicht selten erkranken Kinder kranker Eltern selbst. Auf unserer Therapiestation widmen wir uns der Behandlung dieser Erkrankungen, insbesondere mit Blick auf Partnerschaft, Familie und das soziale Umfeld. Denn einerseits können psychische Erkrankungen mit hohen Belastungen für Angehörige verbunden sein, andererseits können ungünstige familiäre und soziale Bedingungen psychische Erkrankungen verstärken, auch bei den Kindern.

Bei der umfassenden medizinischen und psychotherapeutischen Behandlung des Erkrankten legen wird es wegen einen besonderen Schwerpunkt auf die Berücksichtigungder familiären und sozialen Situation. Dies gilt natürlich auch für Alleinerziehende.

integrierte Eltern-Kind-Einheit

Auch Kinder können schon in frühen Jahren psychische Auffälligkeiten zeigen. In manchen Fällen benötigen deswegen nicht nur die erkrankten Eltern, sondern auch ihre Kinder psychotherapeutische Unterstützung. Für diesen Fall stellen wir auf der Station Behandlungsplätze für Mütter/Väter mit ihrem Kind im Alter von 4 bis 10 Jahren zur Verfügung. Die Eltern werden durch Erwachsenentherapeuten, die Kinder durch Kinder- und Jugendtherapeuten behandelt. Außerdem gibt es gemeinsame Therapieelemente, wenn der Bedarf besteht, die Interaktion zwischen Eltern und Kinder zu verbessern.

Die Anwesenheit von Kindern auf einer Therapiestation mit mehrheitlich Erwachsenen wird im Allgemeinen als bereichernd erlebt und regt oft die Bearbeitung wichtiger Themen im therapeutischen Prozess der Erwachsenen an.

Wer wird behandelt?

Erwachsene


Erwachsene des mittleren Lebensalters mit psychischen Störungen, insbesondere wenn ein Zusammenhang mit den sozialen Lebensumständen, wie Paar- und Familienkonflikte, besteht, z.B.:

  • Depressive Störungen
  • Angst- und Zwangserkrankungen
  • Essstörungen, auch Adipositas
  • Traumafolgestörungen
  • Persönlichkeitsstörungen
  • überwiegend körperliche Beschwerden aus psychischen Gründen (z.B. Schmerzstörungen ohne körperliche Ursache)
  • Bewältigung chronischer körperlicher Erkrankungen
  • Suchterkrankungen (nach Entgiftung)
  • Residualsyndrome bei Psychosen


Nicht behandelt werden können: Patientinnen und Patienten, die akut suizidal, akut von Suchtmitteln abhängig oder an akuten Psychosen erkrankt sind. Falls erforderlich, kann eine Behandlung auf einer geeigneten anderen Station vorgeschaltet werden.

Kinder


Es können Mädchen und Jungen mit psychischen Erkrankungen/Entwicklungsstörungen im Alter von 4 bis 10 Jahren aufgenommen werden.

Wir behandeln ein breites Spektrum von psychischen Störungen. Hierzu zählen:

  • Störung des Sozialverhaltens (z.B. unruhiges, aggressives Verhalten, Störung der Aufmerksamkeit und der Konzentration)
  • Emotionale Störungen (Traurigkeit, Angst, soziale Unsicherheit)
  • Schulschwierigkeiten (Schulangst, Schulverweigerung, unklare Leistungsprobleme)
  • Verhaltensauffälligkeiten (Entwicklungsschwierigkeiten)
  • Körperliche Beschwerden ohne greifbare Erkrankung (bezogen auf Schlaf, Ess- und Trinkverhalten, Einnässen, Einkoten)
  • Zwänge
  • Traumafolgestörungen

In den Morgenstunden (bis 8 Uhr) und Abend- sowie Nachtstunden ab 16 Uhr sollten Mütter/Väter ihr Kind überwiegend selbst beaufsichtigen können. Das Kind übernachtet im Zimmer des mit aufgenommenen Elternteils. Dies bedeutet, dass bei Elternteilen trotz psychischer Erkrankung hierfür eine ausreichende Stabilität gegeben sein muss. Dies wird in einem Vorgespräch durch uns geklärt.

Nicht behandelt werden Kleinkinder unter 4 Jahren.

Behandlungskonzept

Grundlage der Behandlung sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern ist eine umfassende psychiatrisch/psychosomatische und soziale Diagnostik. Auf dieser Basis erfolgt eine medizinische und psychotherapeutische Behandlung, die sich an den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen orientiert. Bei Bedarf werden in gegenseitiger Absprache Medikamente eingesetzt. Aus psychotherapeutischer Perspektive unterstützen wir dabei, eigene Stärken zu entdecken, Probleme zu verstehen und zu lösen, sich selbst und andere realistisch wahrzunehmen, Gefühle zu regulieren und die soziale Kompetenz weiter zu entwickeln. Dadurch kann erreicht werden, dass sich Beschwerden bessern und dass die Lebensqualität steigt.
Wir arbeiten nach einem psychotherapeutischen Konzept, das einsichtsorientierte, verhaltenstherapeutische und familienorientierte Therapieelemente umfasst.

Bei Bedarf werden in Kooperation mit weiteren Kliniken des Klinikums Christophsbad (z.B. Neurologie, Radiologie, Innere Medizin) medizinische Maßnahmen eingeleitet.

Therapieangebot

Stationäre Therapie ist besonders effektiv, weil verschiedene Therapieverfahren kombiniert werden können. Deswegen gehören vielfältige Verfahren regelmäßig zum Behandlungsplan.

Therapieangebot für Erwachsene:

  • Medizinische Diagnostik und Therapie
  • Therapeutische Einzelgespräche
  • Gruppentherapie
  • Paar- und Familientherapie
  • Unterstützung durch den Sozialdienst
  • Gestaltungstherapie
  • Musik- oder Bewegungstherapie und Sport
  • Entspannungsverfahren
  • Therapeutische Belastungserprobungen
  • Nordic Walking u.a.


Je nach Bedarf wird dies ergänzt durch: übungszentrierte Behandlung, Rollenspiel, computergestützte tägliche Schulung der Selbstwahrnehmung, körpermedizinische Maßnahmen.

Zusätzliches Therapieangebot für Mütter und Väter mit ihrem Kind


Die Kinder werden tagsüber überwiegend in einem eigenen Setting durch qualifizierte Kinder- und Jugendtherapeuten behandelt.

Als spezifische Eltern-Kind-Einheiten werden Elterngruppen angeboten, die sich mit Fragen der Elternschaft und der Erziehung beschäftigen. Darüber hinaus gibt es gemeinsame Therapieeinheiten von Eltern und Kindern (z.B. Gestaltungs- oder Musiktherapiegruppen). Hier wird der Umgang der Eltern mit ihrem Kind therapeutisch reflektiert. Ziel ist es, dass Eltern mehr Alltags-Sicherheit im Umgang mit dem Kind erreichen können.

Bei Bedarf werden außerdem soziale Hilfen für die Zeit nach der stationären Behandlung organisiert.

Therapieangebot für Kinder

Je nach Diagnose und Heilbedarf wird das Kind durch eine Therapeutin und eine Bezugspflegerin in seiner Entwicklung, in seinen sozialen und familiären Schwierigkeiten sowie in Einzel- und Gruppentherapie durch den strukturierten Alltag begleitet.
 
Zudem finden unterstützend wöchentlich eine Elterngruppe sowie Familiengespräche statt. Der Schulbesuch erfolgt im Haus.

Das Behandlungsteam

Wir sind ein interdisziplinäres Team aus psychotherapeutisch qualifizierten Ärzten, Psychologen, Pflegekräften, Kunst-, Körper-, Musiktherapeuten sowie Sozialarbeitern.
Erwachsenen- und Kindertherapeuten arbeiten in engem gegenseitigen Austausch zusammen.
Wir setzen uns stets engagiert für unsere Patientinnen und Patienten ein.

Kontaktcenter

 

Mo., Di., Do. 8.00 - 16.00 Uhr

Freitag 8.00 - 12.00 Uhr

Tel.: 07161 601-9369

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