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Verhaltenstherapie (VT)

Die Verhaltenstherapie ist eine Therapieschule, die Ende der 1940er Jahren erstmals in Erscheinung trat und sich seither in stetigem Wandel befindet. Zu Beginn herrschte (annähernd) Konsens darüber, dass die Verhaltenstherapie die klinische Anwendung der Prinzipien der Lerntheorien ist. Doch seit ihrer Gründung zeigt sich die Verhaltenstherapie als heterogene Bewegung. Allen Strömungen gemein ist dabei jedoch der Grundgedanke der empirischen Fundierung. Dieses Merkmal sichert die ständige Erweiterung und Veränderung, erschwert jedoch eine einheitliche Definition der Verhaltenstherapie.

Yates formulierte 1970 seine Definition der Verhaltenstherapie, die bis heute Bestand hat:

„Verhaltenstherapie ist der Versuch, den gesamten empirischen und theoretischen Wissensbestand, wie er durch den Einsatz experimenteller Methoden in der Psychologie und ihren Nachbardisziplinen (Physiologie und Neurophysiologie) angesammelt werden konnten, in systematischer Weise zu nutzen, um die Entstehung und Beibehaltung abweichender Verhaltensmuster zu erklären, und weiterhin der Versuch, dieses Wissen bei der Behandlung oder Prävention solcher Fehlverhaltensweisen einzusetzen, und zwar mit Hilfe kontrollierter experimenteller Untersuchungen am einzelnen Patient.“

Während die Ursprünge der Verhaltenstherapie meist in den 1950er verortet werden, durchlief die Bewegung in den 1970er die sog. Kognitive Wende, bei der zusätzlich zu den existierenden behavioralen Techniken kognitive Ansätze integriert wurden. Durch die bereits erwähnte kontinuierliche Weiterentwicklung entstand in den letzten Jahrzehnten die sog. „dritte Welle“ der Verhaltenstherapie, bei welcher die bisherigen Verfahren um die Förderung und Akzeptanz des inneren Erlebens (Gedanken und Gefühle) erweitert wurden. Die Verhaltenstherapie hat sich insgesamt zu einer Grundorientierung entwickelt, der nach Margraf und Schneider (2018) (Lehrbuch der Verhaltenstherapie Band 1)  folgenden Prinzipien zu Grunde liegen:

Grundprinzipien der Verhaltenstherapie:

  • VT orientiert sich an der empirischen Psychologie
  • VT ist problemorientiert
  • VT setzt an prädisponierenden, auslösenden und aufrechterhaltenden Problembedingungen an
  • VT ist zielorientiert
  • VT ist handlungsorientiert
  • VT ist nicht auf das therapeutische Setting begrenzt
  • VT ist transparent
  • VT soll Hilfe zur Selbsthilfe sein
  • VT bemüht sich um ständige Weiterentwicklung

 

Durch die ständige Weiterentwicklung und den Wandel den die Verhaltenstherapie durchläuft, gibt es eine Vielzahl von Methoden, die in der Verhaltenstherapie zum Einsatz kommen. Nach Margraf und Schneider lassen sich diese in 3 übergreifende Gruppen einteilen:

  • Basisfertigkeiten wie Gesprächsführung, Beziehungsgestaltung und Motivationsarbeit
  • Störungsübergreifende verhaltenstherapeutische Maßnahmen, die in jeden Behandlungsplan individuell eingeordnet werden können (u.a. Konfrontationsverfahren, Entspannungsverfahren, operaten Methoden, kognitive Methoden (wie Selbstinstruktion, Problemlösetraining, Modifikation dysfuntionale Kognitionen, Reattributionen, Analyse fehlender Logik))
  • Störungsspezifische Therapieprogramme

 

In der verhaltenstherapeutischen Psychotherapie geht es, bei vorliegender Psychotherapieindikation, darum ein geeignetes störungsspezifisches Therapieverfahren auszuwählen und individuell an den Einzelfall des Patienten anzupassen. Basis hierfür bildet eine kompetente Diagnosestellung mit anschließender Problemanalyse.

Zu den neuern Ansätzen, die sich in den letzten Jahren aus der Verhaltenstherapie entwickelt haben zählen u.a.:

  • Dialektisch-Behaviorale Therapie
  • Achtsamkeit; Mindfulness-based Cognitive Therapy
  • Metakognitive Therapie
  • Schematherapie
  • Acceptance and Commitment-Therapie (ACT)
  • Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy (CBASP)

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