Fachabteilung

Fachabteilung über Indikationen

Sie befinden sich hier:>Klinikum Christophsbad>Einrichtungen>Seelenpresse>Heft 23 - 10. Jahrgang

1/2003 - Heft 23 - 10. Jahrgang

Editorial

Köpfe wenden sich uns zu, Gesichter schauen uns an. Menschen, vielleicht sehr fremde, vielleicht entfremdete, fremd gewordene. Oder Menschen, die uns vertraut sind. In ihren Gesichtern glauben wir bestimmte Gefühle zu erkennen. Wir versuchen Botschaften aus ihrem Antlitz zu lesen. Das tuen wir bewusst oder unwillkürlich. Aber wir tuen es jedenfalls. Der Psychotherapeut nimmt die traurige Miene des Patienten wahr. Der Liebende erkennt die Sympathie des Gegenübers. Der Soldat fürchtet den hasserfüllten Blick des Feindes. Der Kunde erwartet das keepsmiling der Angestellten. Der Pokerspieler durchschaut das Pokerface des Mitspielers. Es ist ein so wichtiges Thema, dass alle unsere bisherigen Titelseiten mit einem Gesicht gestaltet waren. Auch die jetzt hier vorliegende Ausgabe: Franz Xaver Messerschmidt wurde 1736 in Wiesensteig an der Fils geboren. Er schuf in seinen 47 Lebensjahren ein international beachtetes Werk aus Skulpturen: eine seiner berühmten Fratzen ist auf der Titelseite abgebildet. Mehr zu F.X.M. auf Seite 34. Und dann kommen im Heft selbst noch viele weitere Köpfe hinzu und also Menschen, Meinungen, Gefühle. Aber unsere Auswahl ist nie zufällig. Unser Interesse gilt dem sensiblen Menschen, der trotz und wegen seiner VerRücktHeit ein Sprachrohr über die Seelenpresse erhält. Und unsere Streitschrift ist von toleranten Mitstreitern, die kapiert haben, dass die Krise eine Chance beinhaltet zu einem konstruktiven Lebensgesamtkunstwerk. Deswegen unser großes Interesse an Prinzhorn, am Ikarus vom Lautertal, an Hugo Wolf, an F.X.M., an Christophorus, an Keith Haring um nur ein paar zu nennen, die diesmal zu Wort kommen. Die Krise zu nutzen in einem kreativen Ausdruck der Sprache und der Kunst, gewürzt mit Humor und Satire, abgeschmeckt mit Toleranz, die wir auch vom Leser erwarten. Sie können uns natürlich gerne schreiben, ob Sie es auch so oder anders sehen möchten. Während wir uns in der Redaktion vor allem meist irgendwie mit Psychiatrie-nahen Themen auseinandersetzen, wurden wir nun mit dem Grauen des Krieges im Irak konfrontiert. Bei nährerer Betrachtung scheint der Krieg aber doch auch mindestens so verrückt wie normal. Und bevor wir diesen Krieg nur hilf- und sprachlos hinnehmen, beziehen wir Stellung, in unserer Form. Bernd Müller und Ludwig Hirsch parodieren das Thema und dank zweier Leserinnenzuschriften kommen Göring und Rosa Luxemburg beispielhaft zu Wort. Unsere Beschäftigung mit der Sprache förderte auch dies: im Terror steckt der ERROR.

SPRed

Inhalt

Editorial3
Gedichte4
Musik: Ein Schlüssel zur Seele5
über Hugo Wolf9
Janus11
Meine beiden ersten Jahre11
Ein Kopf weniger12
Prinzhorn13
Mirugana15
Kreide, Kohle, Kuli, Blei16
Kinder- und Jugendpsychiatrie17
Der große Christoph17
Heiterkeit und Humor18
Der Ikarus vom Lautertal22
Zu Krieg und Terror26
Meine Jugendfreundin Margit29
Wie die Kunst auf den Hund kommt30
Über Messerschmidt30
Die gottverdammte Pleite38

 

Redaktionsteam und weitere Mitarbeiter an diesem Heft:
Rolf Brüggemann, Wolfgang Bünemann, Gerd Negraszus, Rosemarie Fritsch, Bernd Müller, Rudolf Siewert, Ellen Zopperitsch, Jürgen Bellingrodt, Mechthild Leibbrand, Wolfgang Bossinger, Amelie Behrens, Dr. Markus Löble, Dr. Michael Grebner, Holger Reile, Flor Namegürb, Ludwig Hirsch, Dagmar Fercher

 

ZURÜCK

Service

Um unsere Internetseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Internetseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einverstanden!