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Das Christophsbad in Zeiten der Corona-Krise:

Das Christophsbad in Zeiten der Corona-Krise: Klinikum Christophsbad öffnet wieder die vorübergehend geschlossenen Tageskliniken und Ambulanzen. Covid-19 sorgt für tiefgreifende Umwälzungen.


Entscheidung mit räumlichem Abstand: Der Lenkungsausschuss Corona des Christophsbads im Herrensaal des Klinikums. Vorne links Geschäftsführer Dr. Joachim Stumpp und Oliver Stockinger (v.l.n.r.), vorne rechts Chefarzt Dr. med. Christian Marburger

"Wir im Klinikum Christophsbad haben uns seit Wochen bestens auf die Corona-Welle vorbereitet. Da diese zum Glück bis heute ausgeblieben ist, können wir uns nun wieder vermehrt um diejenigen Patienten kümmern, die teilweise seit Wochen geduldig zuhause auf unsere Hilfe warten. Dabei halten wir aber die weitere Entwicklung der COVID-Infektionen kritisch im Blick," so die Geschäftsführer Oliver Stockinger und Dr. Joachim Stumpp.

Göppingen: Schon seit Wochen lähmt das Coronavirus die ganze Welt. Niemand wusste, wie sehr sich die Situation in Deutschland bzw. im Landkreis Göppingen noch verschärfen würde. In dieser Notzeit passten sich das Klinikum Christophsbad und die Rehaklinik Bad Boll dem geänderten Bedarf an medizinischer Versorgung an, um im Rahmen ihrer Möglichkeiten ihren Beitrag zur Versorgung von Corona-Patienten zu leisten. Nachdem nun das befürchtete Ausmaß der Corona-Welle bis heute nicht eingetroffen ist, werden die zurückgestellten Behandlungen in den Tageskliniken sowie im Schlaflabor schrittweise ab dem 4. Mai wiederaufgenommen.

Das Klinikum Christophsbad ist grundsätzlich spezialisiert auf die Behandlung neurologischer, psychiatrischer und psychosomatischer Patienten und verfügt über zwei Rehabilitationseinrichtungen im Bereich Geriatrie und Orthopädie, letztere in der Rehaklinik Bad Boll. Obwohl die Versorgung von Corona-Patienten normalerweise nicht in dieses Spektrum fällt, bereitete sich das Christophsbad mit allen seinen Einrichtungen auf die Verschärfung der Pandemie vor. Ein speziell für diese Krise etablierter interner "Lenkungsausschusses Corona" hat für die Christophsbad-Gruppe auf der Basis der Vorgaben und Landesverordnungen sowie der zahlreichen Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) alle erforderlichen Maßnahmen beraten und beschlossen. Diese Maßnahmen wurden dann von den verantwortlichen Führungskräften und Mitarbeitern in den letzten sechs Wochen zusammen mit Hygienefachkräften und weiteren Spezialisten umgesetzt.

So wurden Infektionsschutz-Maßnahmen für Patienten, Bewohner, Besucher und Mitarbeiter erlassen, die im Umgang mit persönlicher Schutzausrüstung wie Atemmasken, die Vorgehensweisen mit Infizierten, Kontaktpersonen und Verstorbenen gelten. Aber auch hausinterne Regeln wie das Kontakt- und Besuchsverbot, Abstandsgebot, Schließung aller Eingänge, generelles Tragen von Mund-Nasen-Schutz, Fiebermessen und vieles mehr wurde, oftmals vorzeitig vor Bekanntwerden gesetzlichen Regelungen, umgesetzt. Zur landkreisweiten Koordination der Versorgung von Corona-Patienten beteiligt sich das Christophsbad an den vom Landkreis und den Alb-Fils-Kliniken organisierten, zunächst täglich, seit zwei Wochen im Zwei-Tages-Rhythmus durchgeführten Videokonferenzen medizinischer Leistungserbringer im Landkreis. In Bezug auf Patienten wurden im Klinikum Christophsbad und in der Rehaklinik Bad Boll zuerst alle nicht dringenden Behandlungen abgesagt oder verschoben. Patienten, die keine Notfälle waren, wurden entlassen. Die dadurch freigewordenen Stationen wurden in Isolierstationen umgewandelt und mit der notwendigen Schutzausrüstung sowie dem betreuenden Personal ausgestattet. So hält das Klinikum Christophsbad derzeit 8 Intensivbeatmungsplätze und 36 Betten, die Rehaklinik Bad Boll 27 Betten auf Isolierstationen vor, in denen sich bis heute nur wenige infizierte Corona-Patienten aufhalten.

Vor großen Herausforderungen stehen die Klinik für Gerontopsychiatrie sowie die Geriatrische Rehaklinik des Christophsbads, die für ihre Zielgruppe - im Durchschnitt über 70-jährige, "vulnerable", das heißt durch Corona besonders verwundbare Patienten - mit einer besonderen Ansteckungs- und Erkrankungsgefahr durch COVID-19 konfrontiert sind. Nach der Aufnahme werden alle Patienten auf Covid-19 getestet und als Vorsichtsmaßnahme in Ein-Bett-Zimmern untergebracht. Während einer Isolationszeit muss das medizinische Personal mit dem Patienten als potenziell Infizierten umgehen. Dabei werden die gesamten Infektionsschutz-Vorkehrungen streng eingehalten. Erst nachdem die Corona-Virus-Abstriche negativ sind und die Isolationszeit verstrichen ist, können diese Patienten in ein Zweibett-Zimmer mit einem ebenfalls bestätigten Nicht-Infizierten verlegt werden. "Bei einer Aufnahmewelle neuer Patienten stoßen wir mit unseren Einzelzimmern verteilt auf drei Stationen schnell auf unsere Kapazitätsgrenzen", so der Chefarzt der Klinik für Gerontopsychiatrie, Dr. med. Karsten Henkel. Auf diesen erwarteten Bedarf an räumlichen Kapazitäten wurde im Klinikum bereits reagiert. Eine vierte gerontopsychiatrische Station wurde eingerichtet, indem eine gezielt freigeräumte psychosomatische Station dafür umfunktioniert wurde.

Auf der anderen Seite stehen die psychisch und psychosomatisch Erkrankten, die auf ihre verschobene Behandlung seit Wochen warten. Die Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Psychosomatische Medizin bereiten sich aktuell auf die Aufnahme dieser Patienten vor. Da die Aufnahme kontrolliert und schrittweise erfolgen soll, nehmen ab dem 4. Mai zunächst die vorübergehend freigeräumten psychiatrischen Tageskliniken wieder Patienten auf. "Wir öffnen zwar am 4. Mai, aber auch da werden wir nur die dringendsten Patienten aufnehmen können. Unser Behandlungskonzept wurde so angepasst, dass die Therapien stets in kleineren Gruppen und in großen Räumen stattfinden, wo der Mindestabstand von zwei Metern eingehalten werden kann. Unsere Patienten bekommen von uns einen Mund-Nasen-Schutz zur Verfügung gestellt", so der Ärztliche Direktor und Chefarzt der Psychiatrie, Prof. Dr. med. Nenad Vasić. Die Eröffnung der Tageskliniken am 4. Mai betrifft die psychiatrische Tagesklinik und die Tagesklinik für Abhängigkeitserkrankungen am Standort Göppingen sowie die psychiatrische Tagesklinik in Geislingen, aber auch das neurologische Schlaflabor mit acht Plätzen.

Auch die psychiatrischen Institutsambulanzen in Göppingen und Geislingen sowie die neurologische Ambulanz des Klinikums Christophsbad bereiten sich schrittweise und vorsichtig auf kontrollierte Patientenaufnahmen unter strengsten hygienischen Maßnahmen vor. "Termine werden so organisiert, dass sich immer nur wenige Patienten gleichzeitig in den Warteräumen aufhalten. Sicherlich zeigen unsere Patienten dafür Verständnis", so Dr. med. Andrea Nägele, Leitende Oberärztin der Neurologischen Klinik.

Zahlreiche Präventionsmaßnahmen wie tägliches Fiebermessen bei Mitarbeitern und Patienten sowie Testungen der Patienten bei Aufnahme und Testung der Mitarbeiter mit Symptomen auf Covid-19 laufen in allen Einrichtungen des Christophsbads weiter. "Auch wenn wir bisher keine Zusage für die Refinanzierung von sehr teuren Tests für Personal ohne Symptome haben, halten wir diese Maßnahme für sinnvoll und wollen dies umsetzen. In Zusammenarbeit mit externen Laboren werde aktuell Kapazitäten darauf geprüft, ob bei der Vielzahl der Mitarbeiter die Corona-Tests zeitnah ausgewertet werden können. Ein Antikörpernachweis ist ebenfalls im Gespräch. Allerdings ist die Aussagekraft der Tests noch eingeschränkt. Das kann sich aber schon bald ändern", sind sich die beiden Geschäftsführer des Christophsbads, Oliver Stockinger und Dr. Joachim Stumpp einig.

Pressemitteilung vom 30. April 2020


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