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Fortschritte in der Therapie der Multiplen Sklerose


Klinikum Christophsbad. In Deutschland leben nach Zahlen des Bundesversicherungsamtes mehr als 250.000 MS-Erkrankte. Jährlich wird bei mehr als 10.000 Menschen multiple Sklerose (MS) neu diagnostiziert. Am Welt-MS-Tag am 30. Mai wird über diese verbreitete neurologische Autoimmunerkrankung weltweit aufgeklärt und sie in das Bewusstsein der Bevölkerung getragen.

Auch in der Klinik für Neurologie des Klinikums Christophsbad ist MS eine der meist behandelten Erkrankungen. „Die Diagnose Multiple Sklerose ist anfangs oft ein Schock, doch bedeutet sie keinesfalls ein Ende der Lebensqualität“, erklärt Chefarzt Professor Dr. Norbert Sommer. „Das häufig verbreitete Vorurteil, dass MS zu einem Leben im Rollstuhl führt, ist schon lange überholt. Dafür haben die Forschung und wir Behandler in den letzten Jahrzehnten zu große Fortschritte gemacht.“

MS ist eine Autoimmunerkrankung von Gehirn und Rückenmark, der Entzündungen und im fortgeschrittenen Stadium auch ein gewisser Gewebsschwund zugrunde liegt. Meist beginnt MS im frühen Erwachsenenalter und ist in Verlauf, Beschwerdebild und Therapieerfolg von Patient zu Patient so unterschiedlich, dass sich allgemeingültige Aussagen nur bedingt machen lassen. Am häufigsten äußert sich MS durch Lähmungen, Gefühlsstörungen, Seh- und Koordinationsstörungen. Sie verläuft schubförmig oder schleichend und schreitet chronisch voran.

Die Oberärzte Dr. Andrea Nägele und Dr. Peter Streicher haben täglich mit MS-Erkrankten zu tun. „Sie stellen 70 Prozent der Patienten unserer neurologischen Tagesklinik dar. Viele kommen auch nur ambulant. Anders als vor 10 Jahren müssen wir MS nur noch in Ausnahmen stationär behandeln. Dazu haben wir die Erkrankungen zu gut im Griff, denn in den letzten Jahrzehnten ist die Anzahl wirksamer Immuntherapien immens stark angewachsen“, berichten die Neurologen. „Wir können MS immer noch nicht heilen. Aber wir haben heute den Ehrgeiz, Krankheitsschüben mit wirksamen und intensiv geprüften Medikamenten oft gut vorbeugen zu können.“ Die neue Generation an Medikamenten macht die Behandlung allerdings sehr individuell und äußerst komplex. „Die MS-Therapie erfordert ein großes Wissen um diese Erkrankung,“ berichtet Dr. Nägele. Die Medikamente modulieren auf subtile Art und Weise das Autoimmunsystem des Körpers und beeinflussen und hemmen damit die akute Entzündungs-Reaktion eines MS-Schubes, halten das Fortschreiten der Erkrankung auf und lindern die Symptome. Doch nicht nur die Medikamente haben sich verbessert, auch die Ansätze von Physio-, Ergotherapie und Logopädie sind immer ausgefeilter. „Eine MS-Diagnose ist heute kein Grund mehr zu verzweifeln“, versichert Dr. Streicher. Betroffene müssen zwar mit Einschränkungen leben, können aber nach außen hin in vielen Fällen ein ganz normales Leben führen, zur Arbeit gehen, Hobbys pflegen und Familien gründen.

 

Pressemitteilung vom 29.05.2021

 


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