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Welttag der psychischen Gesundheit im Christophsbad

Gesundheit von Menschen mit psychischen Erkrankungen verbessern - Zwei inovative Projekte starten: Projekt PSY-KOMO und Sprechstunde für Sportpsychiatrie


Anlässlich des diesjährigen Welttages für psychische Gesundheit am 10. Oktober wendet sich das Göppinger Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Neurologie an die Öffentlichkeit mit zwei innovativen Projekten: Das Projekt PSY-KOMO, an dem sich mehrere Einrichtungen in Deutschland beteiligen, ist im Klinikum Christophsbad in Göppingen bereits angelaufen. Das Projekt soll Erkenntnisse für die Regelversorgung generieren, die auf das gesamte Bundesgebiet übertragen werden können. Als zweites Projekt steht das Klinikum mit einer neuen sportpsychiatrischen Sprechstunde kurz vor dem Start. Die Sprechstunde soll ein Teil des Netzwerks der Zentren für seelische Gesundheit im Sport der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) werden.

"Auch mit diesen zwei innovativen und zukunftsweisenden Projekten wollen wir unseren gesellschaftlichen Auftrag für die bessere Stellung psychisch Kranker und effektivere Diagnostik und Therapie von psychischen Störungen bekräftigen und diesem anlässlich des Welttags der psychischen Gesundheit neue Impulse geben. Körper und Seele sind eine Einheit und ohne psychisches Wohlbefinden ist ein selbstbestimmtes und zufriedenstellendes Leben nicht möglich," führt Prof. Dr. Nenad Vasić, Ärztlicher Direktor des Klinikums, aus. "In diesem Sinne wollen wir allen Tätigen im Gesundheitssektor und insbesondere in unserem Klinikum danken, die unsere Bemühungen unterstützen und überhaupt möglich machen", ergänzt Oliver Stockinger, Geschäftsführer.

Projekt PSY-KOMO
Ein nicht behandelter Bluthochdruck, eine chronische Atemwegserkrankung, Übergewicht, Diabetes: Viele Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen sind zusätzlich auch in erheblichem Maße körperlich beeinträchtigt. Das vom Innovationsauschuss des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) geförderte Projekt PSY-KOMO gibt diesen Menschen Unterstützung zur Verbesserung ihrer körperlichen Gesundheit an die Hand. Der Startschuss ist gefallen, im 3. Quartal 2021 ist das Projekt ins Rollen kommen. Prof. Dr. Walter Hewer, Projektleiter am Klinikum Christophsbad, einer der Konsortialpartner von PSY-KOMO: "Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen, also schweren Depressionen, bipolaren Störungen, Schizophrenie oder Borderline-Persönlichkeitsstörungen, sind in ihrem alltäglichen Leben von erheblichen Beeinträchtigungen in Verbindung mit ihrer psychischen Erkrankung betroffen - aufgrund der Krankheit selbst, aber dann auch bei der Bewältigung ihres Lebens. Diese Einschränkungen schließen auch häufig die Schwierigkeit mit ein, sich in einem hoch differenzierten medizinischen System adäquat um die Belange ihrer körperlichen Gesundheit zu kümmern."

Die Folgen sind schwerwiegend: von schweren psychischen Erkrankungen betroffene Menschen haben eine im Mittel um sechs bis sieben Jahren reduzierte Lebenserwartung. Die Übersterblichkeit, die insbesondere bei jüngeren Betroffenen ins Gewicht fällt, ist zu etwa zwei Drittel durch körperliche Todesursachen bedingt, ein Drittel geht auf sogenannte unnatürliche Todesursachen, in erster Linie Suizide, zurück. PSY-KOMO soll diesen Menschen einen besseren Zugang zur medizinischen Regelversorgung gewähren. Als unterstützendes Angebot kommen hier Gesundheitsbegleiterinnen mit ins Boot, die für ein Fallmanagement hinsichtlich der allgemeinmedizinischen Gesundheitsversorgung zur Verfügung stehen. Dies sind Pflegekräfte und medizinische Fachangestellte, die an Standorten in Göppingen und Ulm aktiv sind. Neben der Vermittlung von Präventionsangeboten - beispielsweise im Bereich Bewegung, Raucherentwöhnung oder Ernährungsmanagement - bieten diese den Patienten auch Unterstützung hinsichtlich erforderlicher medizinischer Behandlungsmaßnahmen an, zum Beispiel bei der notwendigen Koordinierung von psychiatrisch-psychotherapeutischer und hausärztlicher Versorgung, aber auch bei der Notwendigkeit der Inanspruchnahme fachärztlicher Leistungen auf anderen Gebieten.

Zusätzlich besteht für die behandelnden Ärzte in der niedergelassenen Praxis bzw. in Psychiatrischen Institutsambulanzen das Angebot, bei speziellen Fragestellungen über die Studienzentrale in Düsseldorf Beratung einzuholen, so etwa hinsichtlich möglicher Wechselwirkungen zwischen Psychopharmaka und Medikamenten, die aufgrund begleitender körperlicher Erkrankungen eingesetzt werden.

Spezialsprechstunde "Psychische Erkrankungen bei Sportlern"
"Auch mental starke Sportler können psychisch erkranken!", so Dr. med. Karsten Henkel, Chefarzt der Klinik für Gerontopsychiatrie und stellvertretender Leiter des Referats Sportpsychiatrie und -psychotherapie der DGPPN. Die Sportpsychiatrie und -psychotherapie als eigenes Spezialgebiet ist noch relativ jung. Es werden hierunter zwei Bereiche zusammengefasst: Behandlung vom (Leistungs-) Sportlern mit (teils sportspezifischen) psychischen Erkrankungen und die Behandlung von psychischen Erkrankungen durch den gezielten Einsatz von Bewegung, körperlichem Training und Sport. Beide Bereiche werden im Klinikum Christophsbad aufgegriffen und u.a. im Rahmen einer Spezialsprechstunde angeboten.

Aufgrund der hohen physischen und psychischen Anforderungen im (Leistungs-) Sport sowie dem damit verbundenen Druck, Leistungsdefizite zu verhindern oder zu ignorieren, stellen Sportler eine häufig übersehene Gruppe im Hinblick auf psychische Störungen und Erkrankungen dar. Häufig auch bei Sportlern auftretende psychische Störungsbilder sind z.B.: Schlafstörungen, Depressionen, spezifische sportbezogene Angststörungen, Zwangsstörungen, Sportsucht (mit und ohne Essstörung), chronifizierte Schmerzstörungen und Abhängigkeitserkrankungen. Sportler erhalten häufig verzögert eine notwendige spezifische psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung, weil sich psychische Symptome bei ihnen oft zunächst körperlich äußern (Schmerzen, Erschöpfung und Kraftlosigkeit, Schlafstörungen, verlängerter Erholungsbedarf), diese zunächst als Trainingsreiz interpretiert werden, in einem leistungsorientierten Umfeld mit Scham besetzt sind und verdrängt werden.

"Unser Angebot richtet sich an aktive sowie ehemalige Leistungssportler ab 18 Jahren, ebenso wie für deren Angehörige und sportliche Betreuer. Wir bieten eine spezialisierte und von den Sportvereinen und -verbänden unabhängige sportpsychiatrische/-psychotherapeutische Anlaufstelle zur Beratung sowie evidenzbasierten Diagnostik und Therapie von sportassoziierten psychischen Erkrankungen an", erläutert Dr. Henkel.

Die Anmeldung ist über die Psychiatrische Institutsambulanz (PIA) telefonisch 07161 601-9234  von Montag bis Freitag von 9.00 bis 16.00 Uhr oder direkt per E-Mail: sportpsychiatrie@christophsbad.de möglich.

Der Erstkontakt kann auf Wunsch auch anonym erfolgen.


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