Neurologie, Neurophysiologie, Frührehabilitation und Schlafmedizin

Ein Pfleger kontrolliert am Monitor die Werte eines eines Patienten im Intensivbett.

Die Neurologie im Christophsbad Göppingen befasst sich mit der Diagnose und Therapie aller Erkrankungen des Nervensystems. Eine Schlaganfall-Einheit, eine Frührehabilitation, ein Schlaflabor und weitere spezielle Einrichtungen dienen der individuellen Diagnostik und Behandlung.

Klinik

In unserer Klinik für Neurologie, Neurophysiologie, Frührehabilitation und Schlafmedizin werden alle neurologischen Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems behandelt.

Die Klinik verfügt über 65 Betten zur vollstationären Behandlung, davon 10 Betten auf der regionalen Schlaganfall-Einheit („Stroke Unit“) und 8 Betten auf der neurologischen Intensivstation. Hier arbeitet ein Team aus Ärzten, Neuropsychologen, Pflegekräften, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden und dem Sozialdienst interdisziplinär in enger Abstimmung zusammen.

Das Ärzteteam der Klinik besteht aus Fachärzten für Neurologie, Fachärzten für Innere Medizin/ Kardiologie und Fachärzten für Anästhesiologie und Intensivmedizin. Ergänzt wird das ärztliche Team durch Ärzte in der Facharztweiterbildung.

Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit der Klinik für Radiologie und Neuroradiologie sowie mit den Kliniken für Psychiatrie, Psychosomatik und Geriatrische Rehabilitation.

  • Zugang zur Stroke Unit, was mit roter Schrift auf der Glastür sichtbar ist
  • Mitarbeitende gehen und sprechen im Flur der Station NE 1.
  • Ein Arzt kontrolliert die Kontrollwerte eines Patienten auf der Intensivstation.
  • Eine Mitarbeiterin zieht im neu eingerichteten Medikamentenraum eine Spritze auf.
  • Haus 22 von außen mit bunten Blumentrögen im Vordergrund
  • Rückzugsort für Patienten und Angehörige: Elegant möblierte und begrünte Sofaecke in der Neurologie
  • hoch technisiertes und voll ausgestattetes Intensivbett der Stroke Unit

Klinische Bereiche

Auf der Schlaganfall-Station werden jährlich etwa 1.000 Patienten mit akutem Schlaganfall behandelt. Die Schlaganfall-Station mit 10 Betten ist von der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft zertifiziert und bietet rund um die Uhr alle akuten Therapiemöglichkeiten an, einschließlich Thrombolyse und mechanischer Thrombektomie (zusammen mit der Klinik für Radiologie und Neuroradiologie).

Neben der Akutabteilung hat die Klinik eine Abteilung für Frührehabilitation (sogenannte „Phase B“) mit 25 Betten. Hier werden Patienten mit schweren und schwersten neurologischen Erkrankungen direkt nach der Akutbehandlung, zum Beispiel nach einem Schlaganfall oder einem Aufenthalt auf der Intensivstation, weiter betreut.

Im Moment stehen 4 Plätze zur Verfügung für Patienten, die zur Diagnostik und Therapie nicht vollstationär, sondern lediglich tagsüber im Krankenhaus sein müssen. Hier können bei mobilen Patienten umfassende Diagnostik und spezifische Therapien (beispielsweise Infusionstherapien) durchgeführt werden.

Das der Klinik angegliederte Schlaflabor hat 8 Diagnose- und Behandlungsplätze. Im Vordergrund steht die Beurteilung des Nachtschlafs bei Patienten, die unter Ein- und Durchschlafstörungen leiden, sowie Patienten mit einem Schlafapnoe-Syndrom (Patienten mit nächtlichen Atempausen, die oft Folgeerkrankungen nach sich ziehen). Das Schlaflabor ist durch die Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) zertifiziert.

In den neurologischen Ambulanzen werden Patienten mit speziellen Fragestellungen von Fachärzten beraten und behandelt.

Gesetzlich versicherte Patienten benötigen bitte eine aktuelle Überweisung einer neurologischen Praxis!

Hier werden rund um die Uhr akute Notfälle, zum Beispiel Schlaganfälle, erstversorgt und für die akute Diagnostik und Therapie weitergeleitet.

Ein Arzt der Klinikgruppe lehnt an der Wand einer Station.

Einstieg und Aufstieg als Arzt

Das Christophsbad ist ein attraktiver Arbeitgeber für Ärztinnen und Ärzte. Erfahren Sie als mögliche zukünftige Kollegin, oder möglicher zukünftiger Kollege, mehr über unsere Klinik für Neurologie als Arbeitgeber.

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Krankheitsbilder

In unserer Klinik für Neurologie, Neurophysiologie, Frührehabilitation und Schlafmedizin behandeln wir alle verbreiteten neurologischen Erkrankungen.

  • Schlaganfälle (Gehirninfarkte und Gehirnblutungen)
  • Multiple Sklerose
  • Myasthenia gravis (spezieller Schwerpunkt mit überregionalem Einzugsgebiet)
  • Andere Autoimmunerkrankungen des Nervensystems wie entzündliche Polyneuropathien, Myositiden, Vaskulitiden des Nervensystems, Neuroborreliose
  • Epilepsien
  • Parkinson-Krankheit und atypische Parkinson-Syndrome (beispielsweise Multisystematrophie)
  • Fokale und generalisierte Dystonien
  • Tumorerkrankungen des Gehirns und des Rückenmarks
  • Erkrankungen der peripheren Nerven
  • Polyneuropathien und Muskelkrankheiten verschiedener Ursachen
  • Enzephalitiden und Meningitiden (Gehirn- und Gehirnhautentzündungen)
  • Schlafbezogene Erkrankungen einschließlich Schlafapnoe-Syndrom, Restless-Legs-Syndrom, Narkolepsie und schlafbezogene Epilepsie

Klinische Schwerpunkte

Myasthenia gravis ist eine neurologische Erkrankung mit einer belastungsabhängigen Muskelschwäche. Der Störung liegt eine Beeinträchtigung der Reizübertragung vom Nerv auf den Muskel zugrunde.

Auf der neurologischen Intensivstation, die unmittelbar neben der Stroke Unit liegt, arbeitet intensivmedizinisches Fachpflegepersonal unter der Leitung von Fachärzten für Anästhesie. Die Neurologische Intensivmedizin befasst sich mit der Behandlung von akuten Krankheitsbildern, die unmittelbare Vitalfunktionseinschränkungen zur Folge haben. Dazu gehören:

  • Schlaganfälle
  • Zerebrale Blutungen
  • Meningitis
  • Enzephalitis
  • Guillain-Barré-Syndrom
  • Myasthenia gravis
  • Epilepsien
  • Weitere neurologische Krankheitsbilder, die respiratorische Einschränkungen und Beatmungspflichtigkeit mit sich bringen

Folgende Verfahren werden angewendet:

  • Invasive und nicht-invasive Beatmung
  • Weaning (Beatmungsentwöhnung) bei neurologischen Problempatienten, gegebenenfalls Überführung in Heimbeatmung in Zusammenarbeit mit dem Schlaflabor
  • Dilatative und chirurgische Tracheotomie (in Zusammenarbeit mit einem Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde)
  • PEG-Anlage (in Zusammenarbeit mit der gastroenterologischen Fachabteilung der Klinik am Eichert)
  • Anlage suprapubischer Dauerkatheter
  • Systemische Thrombolyse-Verfahren (es werden etwa 150 Thrombolysen bei ischämischen Schlaganfällen pro Jahr durchgeführt)
  • Mechanische Thrombektomien werden von der Klinik für Neuroradiologie in enger Kooperation durchgeführt (etwa 60 bis 80 Eingriffe pro Jahr bei ischämischen Schlaganfällen)
  • Transthorakale und transösophageale Echokardiografie (in der Regel bei Schlaganfallpatienten zur akuten Ursachenabklärung)
  • Bronchoskopie und bronchoskopische Schluckdiagnostik
  • Hämodynamisches Monitoring
  • Jegliche Form arterieller und venöser, zentraler Zugänge
  • Sonografische Verfahren (Abdomen und Thorax)
  • Pleurapunktionen, Thoraxdrainagen

Hier werden Menschen nach der akuten Erkrankung (Phase A) und zu Beginn der neurologischen Rehabilitationskette (Phase B) behandelt, wenn schwerwiegende Folgeerscheinungen vorliegen, zum Beispiel

  • nach einer Hirnblutung
  • nach einem Schlaganfall
  • nach einem Schädel-Hirn-Trauma
  • nach einem akuten globalen Sauerstoffmangel des Gehirns
  • nach einer entzündlichen Erkrankung des Gehirns oder des peripheren Nervensystems

Diese Patienten bedürfen einer personalintensiven, längerfristigen medizinischen, pflegerischen und therapeutischen Behandlung. Ein multiprofessionelles Team unter der Leitung von langjährig in der Frührehabilitation tätigen Fachärzten betreut den Patienten während seines gesamten Aufenthaltes. In regelmäßigen Besprechungen werden die Bestandteile des Behandlungskonzepts aufeinander abgestimmt.

Die Dauer der stationären Frührehabilitation wird durch die Schwere der Erkrankung und das Rehabilitationspotenzial individuell bestimmt. Sie liegt im Mittel bei 2 Monaten mit einer Spannweite von 2 bis 3 Wochen bis zu mehreren Monaten.

Behandlung

Moderne apparative Diagnostik und Therapie sowie die dazugehörigen Spezialisten sind unsere Basis für bestmögliche Behandlungsergebnisse, ebenso Gespräche und die genaue Befragung der Patienten. Hierfür nehmen wir uns Zeit und brauchen die aktive Mitarbeit der Patienten und Angehörigen.

Alle validierten neurologischen, neuroradiologischen, neurophysiologischen und neurosonologischen diagnostischen Verfahren sind bei uns möglich:

  • Kernspintomographie, Computertomographie (CT), Angiographie, Myelographie sowie Röntgennativdiagnostik (in der Klinik für Radiologie und Neuroradiologie)
  • Elektroenzephalographie (EEG) mit Provokationsmethoden und 24-Stunden-EEG
  • Video-EEG (im Schlaflabor)
  • Elektromyographie (EMG) und Elektroneurographie
  • Evozierte Potenziale, Hirnstammdiagnostik, neurophysiologische Reflexuntersuchungen und autonome Testungen
  • B-Bild-Sonographie (mit Grautönen), auch Farbduplex, transkranieller Dopplersonographie der extra- und intrakraniellen Gefäße (cw-/ Farbduplex), PFO-Test und Emboliedetektion
  • Neuropsychologische Testuntersuchungen

Das Schlaflabor erweitert die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten in vielen Dimensionen.

Zu unserem Behandlungsspektrum gehören unter anderem:

  • wissenschaftlich begründete Pharmakotherapie, insbesondere immunsuppressive und immunmodulatorische Behandlungen in der Akutphase und zur Prophylaxe
  • Notfallversorgung auf der Überwachungseinheit, insbesondere des Schlaganfalls (Lysetherapie), wie Stroke Unit. Hier finden Sie das aktuelle Zertifikat
  • Chemotherapie bösartiger Gehirntumoren
  • Schmerzbehandlung bei Bandscheiben-Erkrankungen, Neuralgien, Anwendung zentral schmerzhemmender Medikamente, Infiltrationen, Botulinumtherapie, beispielsweise bei Spastik (in enger Kooperation mit der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, der Orthopädischen Praxis Dr. med. Sklepek im Hause und Fachabteilungen der Klinik am Eichert)
  • Extrapyramidalmotorische Erkrankungen, einschließlich dystone Bewegungsstörungen, Multisystematrophie, demenzielle Erkrankungen, Anwendung von Botulinumtoxin
  • Stoffwechselbedingte Nervenerkrankungen (Polyneuropathien), Restless-Legs-Syndrom

Die Physiotherapie vereint eine Vielzahl von Methoden und Techniken, die vor allem die Motorik, die Bewegungskontrolle und die inneren Organe beeinflussen. Dazu zählen unter anderem neurophysiologische Therapiemethoden wie Bobath und Vojta, Manuelle Therapie sowie Laufbandtherapie, therapeutisches Klettern und Hippotherapie.

Die Logopädie behandelt und berät Patienten mit Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen. Differenzierter Diagnostik folgt die individuelle Therapie der Störung. Zur Diagnose von Schluckstörungen führt die Logopädie in Zusammenarbeit mit der Radiologie Videofluoroskopien des Schluckaktes durch. Schwerwiegende Komplikationen, bedingt durch Aspiration, können mithilfe der Videofluoroskopie und entsprechender Ernährungsverordnungen vermieden werden.

Die Ergotherapie hat ein breites Spektrum. Sie richtet sich an Patienten mit gestörten sensorischen, motorischen, psychischen und kognitiven Funktionen. Übende und strukturierende Therapiemethoden, Spiegeltherapie, sensomotorische Rekalibrierung (LSVT®-BIG), computergestütztes Hirnleistungstraining und Gesichtsfeldtraining werden eingesetzt, um Fähigkeitsverluste zu verhindern, auszugleichen oder zu dämpfen.

Eine gemeinsame Aufgabe aller therapeutischen Abteilungen ist die ausführliche Vorbereitung der Nachsorge. Beratung und Hilfe bei der Organisation der nachstationären Versorgung koordiniert der Sozialdienst des Klinikums.

Bei einem Patienten wird am Arm der Blutdruck gemessen

Innere Medizin

Eng verbunden mit der Neurologie ist das Behandlungsfeld Innere Medizin. Erfahren Sie mehr.

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Wahlleistungsstation

Patienten, die nicht nur Wert auf eine leistungsfähige Medizin legen, wird auf Wunsch auch ein zusätzliches Angebot in wohnlichem Ambiente unterbreitet. Gemütliche Sitzgruppen und luftige Räume mit Blick auf den Park lassen die Klinik-Atmosphäre oft vergessen.

Alle Zimmer auf dieser speziellen Station sind mit Bad und Flachbildschirm-TV ausgestattet. Eine freundlich eingerichtete Lounge mit Internet-Zugang sowie ein tägliches Zeitungsangebot und kleine kulinarische Extras helfen, die Zeit angenehm zu gestalten.

Erhalten Sie weitere Informationen zu den Wahlleistungen.

Terminvereinbarung

Hinweis: Gesetzlich versicherte Patienten benötigen eine aktuelle Überweisung durch einen niedergelassenen Facharzt für Neurologie.

 Prof. Dr. med. Norbert Sommer

  • Myasthenia gravis
  • Neuropathien
  • Neuroimmunologie

Terminvereinbarung: Tel.: +49 (0) 7161 601-9220

Dr. med. Andrea Nägele

  • Dystonien (Botulinumtherapie)
  • Epilepsie
  • Multiple Sklerose
  • Parkinson
  • ZNS-Tumore

Terminvereinbarung: Tel.: +49 (0) 7161 601-9459

Silke Stanger, Fachärztin für Neurologie

  • Dystonien (Botulinumtherapie)

Terminvereinbarung:  Tel.: +49 (0) 7161 601-9385

Kontakt

Portrait von Prof. Dr. med. Norbert Sommer
Prof. Dr. med. Norbert Sommer

Chefarzt der Klinik
Facharzt für Neurologie

Sekretariat
Telefon: +49 (0) 7161 601-9220
Telefax: +49 (0) 7161 601-9231
E-Mail Helga Marx: Nachricht schreiben
E-Mail Ivonne Stifter: Nachricht schreiben
Erreichbarkeit: Mo. – Fr. 8:30 – 14:30 Uhr
Lebenslauf (PDF)

Portrait von Dr. med. Christoph Rau
Dr. med. Christoph Rau

Leitender Oberarzt der Klinik
Schwerpunkt allgemeine Neurologie, Neuroimmunologie
Facharzt für Neurologie

Neurologische Notfallambulanz
Tel.: +49 (0) 7161 601-9525
Erreichbarkeit: Mo. – Fr. 08:00 – 20:00 Uhr, Sa., So., Feiertage 10:00 – 18:00 Uhr

Außerhalb dieser Zeiten Anmeldung über den diensthabenden Arzt:
Tel.: +49 (0) 7161 601-0

Stationäre Terminvergabe für elektive Aufnahmen
Tel.: +49 (0) 7161 601-8317
E-Mail Nicole Reichenberger: Nachricht schreiben
E-Mail Kerstin Law: Nachricht schreiben
Erreichbarkeit: Mo. – Fr. 06:00 – 14:30 Uhr

Die Notfallambulanz/ neurologische Notaufnahme ist für akute neurologische Notfälle Tag und Nacht geöffnet. Sie befindet sich in Haus 22 im Erdgeschoss.