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27.05.2021

Halbe oder volle Distanz ?

Klinische Wandergruppen mit unterschiedlich trainierten Teilnehmern


Wanderführer in der Psychiatrischen Klinik.
Unterschiedliche Kondition der Teilnehmer.
Belastung ja, Überlastung nein in der Wandertherapie.

Für mich ist das Alltag als Wanderführer. Ich hole eine Gruppe zur Wandertherapie von der Therapiestation ab und mache mir ein Bild: Alter, Erscheinung, Psyche, Gangbild, Blick, Kleidung, Schuhe usw.. Wenn neue Klienten dabei sind, erkläre ich kurz die Wandertherapie und die heutige Tour und verschaffe mir ein Stimmungsbild aus der Gruppe. Zum Beispiel diese Woche am Dienstagvormittag, sechs Teilnehmer, davon vier mit guter Kondition, zwei stark reduziert. Also zehn Kilometer mit Anstieg/Abstieg (Höhenmeter) oder fünf Kilometer nur eben und bergab ? Das Wetter ist stabil, die Gegend kenne ich wie meine Westentasche.

Also los! 8.30 Uhr -Treffpunkt auf Station, Unterschrift unter die Therapiekarte (Verordnung/Behandlungsplan), Ausfertigung der CORONA Sondergenehmigung für eventuelle Kontrollen durch die Behörden. Dann Fahrt mit FFP2 Masken und Hygienekonzept zum Wanderparkplatz. Nach Einweisung gehen wir zunächst eine Stunde gemeinsam etwas langsamer eben und schwenken dann in ein langgezogenes Waldtal ab. Hier erreichen wir eine von mir strategisch gewählte Stelle, wo wir eine Teepause einlegen und ich nun die leistungsstärkere Gruppe einweise. Wichtig  für die zusätzliche Distanz ist eine einfache Orientierung und ein mir genauestens bekannter Weg. Nach Austausch/Überprüfung der Handyverbindung schärfe ich der Gruppe ein, auf dem gutmarkierten Hauptwanderweg 4 des Schwäbischen Albvereins steil linksseitig aus dem Waldtal aufzusteigen und bis zu einer winzigen Ortschaft mit einer Bushaltestelle zu wandern, hier nach links auf eine kleine und wenig befahrene Höhenstrasse zu schwenken und dieser maximal fünf Kilometer bis zur Einmündung in eine Hauptstrasse zu folgen (Wanderparkplatz). 

Die zwei schwächeren Teilnehmer geleite ich über einen romantischen Waldsee bis zu einer ehemaligen Sägemühle im Tal. Hier werden ebenfalls Handydaten ausgetauscht und ich gebe den Beiden die Aufgabe, nun schön langsam auf einer kleinen Fahrstrasse bis zur nächsten Mühle, einer Ausflugswirtschaft, die fast schon in Sichtweite liegt, zu wandern und vor dem Eingang auf einer Bank zu warten.

Die Tour habe ich topografisch so rafiniert geplant, dass wir bis hierher in der Form eines Halbkreises gelaufen sind. So kann ich schnell, teilweise auf schmalen Wegen steil bergauf zum Wanderparkplatz laufen, wo unser Klinikbus steht.

Zuerst "sammle" ich ohne Probleme die zwei schwächeren Teilnehmer an der Mühlengaststätte auf, dann fahre ich zu der Höhenstrasse und treffe die Wanderer am vereinbarten Treffpunkt an der Einmündung in die Hauptstasse. Etwas erschöpft, aber stolz, steigen sie zu und berichten uns von ihren Eindrücken.

Eine halbe Stunde später sind wir pünktlich zum Mittagessen zurück in der Klinik.


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