Fachabteilung

Fachabteilung über Indikationen

Sie befinden sich hier:>Spezialtherapien>Spezialtherapien>Psychodrama (PD)

Psychodrama (PD)

PD ist eine psychotherapeutische Aktionsmethode, die im ersten Viertel des 20. Jh. in Wien von dem Psychiater Dr. J.L.Moreno konzipiert wurde. Nach 1925 hat Moreno diese Methode in den USA eingeführt und weiter ausgearbeitet. Heute wird sie weltweit angewandt. PD ist grundsätzlich ein systemisches Verfahren mit tiefenpsychologischen und verhaltenstherapeutischen Dimensionen. Als Psychodrama – Rollenspiel ist es über den psychotherapeutischen Bereich hinaus ein ressourcenorientiertes Verfahren für Beratung, Bildung und Netzwerkarbeit im Sozialwesen. Neben den psychotherapeutischen Zielsetzungen ist das Ziel der psychodramatischen Vorgehensweise, die körperliche, seelische und soziale Gesundheit des Menschen zu fördern, zu erhalten bzw. wiederherzustellen oder zu verbessern.

PD in der Praxis:

Im Klinikum Christophsbad wird PD seit 1997 schwerpunktmäßig in der Abteilung “Psychosomatische Medizin“ in Gruppen- und Einzeltherapien eingesetzt.

Während der Spielphase im PD-Rollenspiel kann der Patient mit Unterstützung des Leiters spontan – seinem inneren Spielfluss folgend – Lösungsschritte erarbeiten bzw. „Problemfelder“ seiner Psyche/ Umgebung untersuchen und neu verstehen lernen. Es kommen Bewegung und Lockerung in fixierte Rollen – Klischees, wenn sie als  Verhaltensmuster gesehen und gewürdigt werden, die zum seelischen Überleben des einzelnen notwendig waren. Die Gruppe spielt dabei im wahrsten Sinne des Wortes eine wichtige Rolle, da die Gruppenmitglieder zu Mitspielern werden, die den Protagonisten („Hauptakteur“), zu neuen Handlungsimpulsen ermutigen und ihm gleichzeitig das Gefühl vermitteln, dass er mit seinem Problem nicht allein ist.

Wirkfaktoren:

Das PD – Rollenspiel knüpft an das Wissen, das sich aus Moreno`s Beobachtungen von „Spielenden Kindern“ entwickelt hat. Wir wissen, dass Kleinkinder die Fähigkeit besitzen in Rollen – und  Bewegungsspielen belastende Erlebnisse zu verarbeiten, indem sie Teile ihrer Phantasie (Feen, Helden und „Bösewichte“) mit Teilen der Realität verbinden und so ihre Wirklichkeit gestalten. Moreno nannte dieses Phänomen die Semirealität des Spieles. Das  Lernen durch Probehandeln (learning by doing) sind angeborene Fähigkeiten des Menschen, die wir im PD nutzen. Deshalb ist alles spielbar (Personen, Phantasiefiguren, Emotionen – auch widersprüchliche, Symptome und Konflikte, innerer Regisseur oder Berater).

Verfügbare Ressourcen können im Rollenspiel verankert werden - als Mittel der Stabilisierung und Sicherung. Auch vergessene oder verlorene Kraftquellen werden häufig wiederentdeckt und ausgebaut, so dass sie als sog. „Skills“ (Werkzeuge) den Patienten zur Verfügung stehen.

Es sind keine schauspielerischen Vorkenntnisse erforderlich!

Service

Um unsere Internetseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Internetseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einverstanden!